Esche

Esche
Esche

Weitere Handelsnamen Weiß-, Oliv-, Braunesche
Englisch Ash
Botanischer Name Fraxinus excelsior
Kurzzeichen ES (EN-Kurzzeichen: FXEX)

Kulturgeschichtliches

Von den eschenen Schäften für Speere, Hacken und Steinäxte im Neolithikum führte die Entwicklung zu den Stielen von Hämmern, Pickeln und Schaufeln von heute. Erfahrene Werkleute wissen, dass die Jahrringe „stehend“ angeordnet sein sollten, sodass die ringartigen „Augen“ seitlich liegen. Dies verringert die Gefahr des Aufspaltens in Längsrichtung als Folge heftiger Schubkräfte. Für den Wagenbau war das feste und doch elastische Eschenholz ideal, was sich bis in die ersten Automobilkarosserien fortsetzte, aber, wie in der Skiproduktion, längst von anderen Materialien abgelöst wurde. Und wer erinnert sich noch an die hölzernen Bänke der Eisenbahnen mit der ergonomischen Sitzkurve? Geblieben ist die Attraktivität des hellen Holzes für hochwertige Möbel.

Allgemeines

Der Anteil der Esche am Wald in Österreich ist gering (etwa 1 %), am Flurgehölz in manchen Gebieten hingegen relativ hoch. Die Esche ist einerseits ein Baum der Täler und Flussniederungen (Auesche), andererseits kommt sie auf feuchten Böden auch in höheren Lagen bis 1200 m vor (Gebirgs- oder Kalkesche). Die raschwüchsige Esche wird bis zu 250 Jahre alt, im Wirtschaftswald erfolgt die Ernte mit 70 bis 90 Jahren bei Durchmessern von 0,4 bis 0,6 m.

Holzcharakteristik

Die Esche ist eine Reifholzart bzw. ein Kernreifholzbaum. Die im Frühholz gebildeten großen Gefäße sind mit bloßem Auge sichtbar. Zusammen mit der hellen Farbe erleichtern sie die Identifikation. Allgemein besteht farblich kein Unterschied zwischen Kern- und Splintholz. Der sich spät entwickelnde „Farbkern“ ist kein echtes, sondern ein fakultatives Kernholz. Bei amerikanischen Eschen ist es überwiegend gleichmäßig graubraun bis braun und klar abgesetzt, während es bei der europäischen Esche graubraun bis oliv und oft wolkig ausgebildet ist. Vereinzelt entsteht eine im Querschnitt ringförmige Farbverteilung, die radial zu Farbstreifung führt. Derartig gemusterte Hölzer nennt man wegen ihrer Ähnlichkeit zur botanisch verwandten Olive (Olea europea) Olivesche. Sie erzielen, zu Furnieren gemessert, gute Preise.

Eigenschaften

Mit einer Darrdichte von 670 kg⁄m³ gehört Eschenholz zu den eher schweren und harten Hölzern (Brinellhärte 38 N⁄mm²). Es ist ein zähes und elastisches Holz. Die Bearbeitung erfordert nur mäßigen Kraftaufwand. Zu beachten sind jedoch die Härteunterschiede zwischen Früh- und Spätholz, was besonders bei breitringigem Holz mit großem Spätholzanteil wichtig wird. Das Holz ist gedämpft gut biegbar sowie gut zu messern und zu schälen. Die Trocknung verläuft schnell und weitgehend fehlerfrei, allerdings bereitet eine Vergrauung bei technischer Holztrocknung, in deren Verlauf sich der helle Farbton verliert, oft Probleme. Unter Lichteinfluss wird weißes Eschenholz gelblich. Um eine verdunkelnde Schattenwirkung zu vermeiden, ist bei grobporigen Hölzern zur Oberflächenbehandlung eine Porenfüllung ratsam. Eschenholz ist anfällig für Pilze (Dauerhaftigkeitsklasse 5) und tierische Schädlinge, die Tränkbarkeit ist mäßig.

Verwendung

Das helle Holz ist besonders geeignet für dekorative Furniere, Fußböden (Parkettriemen, Fertigparkett), Treppenstufen, Bugholzmöbel. Wegen seiner guten mechanischen Eigenschaften wird es für Sportgeräte (Barrenholme, Ruder, Sprossenwände), Werkzeugstiele (Hammer- und Axtstiele, Speichen, Leitern), im Gestell- und Gerätebau und im Musikinstrumentenbau (Schlagstöcke) verwendet. Die schöne türkische und ungarische Eschenmaser (ein Wimmerwuchs der Blumen-Esche Fraxinus ornus L.) ist bei Möbelherstellern sehr geschätzt.

Groyss Andreas, MSc

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